Typische BIOS- und Firmwareprobleme

Ein beschädigtes BIOS kann sich unterschiedlich bemerkbar machen.

  • Laptop oder PC startet nach einem BIOS-Update nicht mehr
  • Bildschirm bleibt beim Einschalten schwarz
  • Gerät startet, führt aber keinen vollständigen POST durch
  • Lüfter laufen, aber es erscheint kein Bild
  • Gerät hängt während des Startvorgangs
  • Herstellerlogo erscheint nicht
  • Gerät startet wiederholt neu
  • BIOS-Update wurde unterbrochen
  • BIOS-Update ist fehlgeschlagen
  • Gerät reagiert nach Änderung einer BIOS-Einstellung nicht mehr
  • Mainboard startet nach Austausch oder Reparatur nicht korrekt
  • BIOS-Chip wurde bereits fehlerhaft programmiert
  • Firmwareinhalt ist beschädigt oder unvollständig
  • Ungewöhnliches Verhalten nach einem Mainboard- oder BIOS-Eingriff

Wichtig
Diese Symptome können auch durch andere Hardware- oder Mainboardfehler verursacht werden. Deshalb steht vor einer Programmierung immer die Diagnose.

Was ist das BIOS beziehungsweise UEFI?

Das BIOS beziehungsweise UEFI ist eine zentrale Firmware eines Computers.

Es wird bereits unmittelbar nach dem Einschalten ausgeführt und übernimmt unter anderem die Initialisierung wichtiger Hardwarekomponenten.

Erst anschließend wird das Betriebssystem gestartet.

Ist die Firmware beschädigt oder fehlen wichtige Datenbereiche, kann der Rechner bereits vor dem eigentlichen Betriebssystemstart hängen bleiben.


BIOS Flash bedeutet nicht einfach nur „Update installieren“

Bei einem funktionierenden Laptop oder PC kann ein BIOS-Update normalerweise über die vom Hersteller vorgesehene Software durchgeführt werden.

Bei einem bereits nicht mehr startenden Gerät funktioniert diese Methode häufig nicht mehr.

In solchen Fällen kann es notwendig sein, den BIOS-Speicher direkt auszulesen und extern zu programmieren.

Dazu wird der Inhalt des Flash-Speichers gesichert, geprüft und – abhängig vom Gerät – mit geeigneter Firmware neu programmiert.

Dies unterscheidet sich wesentlich von einem normalen BIOS-Update innerhalb von Windows oder über das UEFI-Menü.

BIOS-Chip extern auslesen und programmieren

Auf vielen Laptop- und PC-Mainboards befindet sich die BIOS-Firmware in einem oder mehreren seriellen Flash-Speichern.

  • Direkt auslesen

    Speicher kann abhängig vom Mainboard direkt auf der Platine ausgelesen werden.

  • Adapter verwenden

    Für unterschiedliche Speicher und Bauformen können passende Adapter eingesetzt werden.

  • Chip ausbauen

    Ist eine zuverlässige In-System-Programmierung nicht möglich, kann der Speicher ausgelötet werden.

  • Neu programmieren

    Nach Prüfung wird geeignete Firmware geschrieben und der Speicher anschließend verifiziert.

Wichtig
Vor Änderungen wird – soweit technisch möglich – der vorhandene Inhalt gesichert.

Warum wird der vorhandene BIOS-Inhalt gesichert?

Ein BIOS enthält nicht immer ausschließlich allgemein verfügbare Hersteller-Firmware.

Abhängig vom Hersteller und Gerät können darin zusätzliche, gerätespezifische Informationen gespeichert sein.

Deshalb ist es in vielen Fällen sinnvoll, den vorhandenen BIOS-Inhalt zunächst auszulesen und zu sichern, bevor Änderungen vorgenommen werden.

Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Eine BIOS-Datei von der Hersteller-Webseite entspricht nicht zwangsläufig dem vollständigen Inhalt des tatsächlich verbauten Flash-Speichers.

BIOS-Datei vom Hersteller

Die BIOS-Dateien auf Hersteller-Webseiten sind häufig für ein reguläres Update eines funktionierenden Geräts vorgesehen.

Ein solches Update-Paket kann abhängig vom Hersteller beispielsweise:

  • nur bestimmte Firmwarebereiche enthalten
  • komprimiert oder verpackt sein
  • zusätzliche Update-Software enthalten
  • verschiedene Firmwarekomponenten enthalten
  • nicht direkt als vollständiger Flash-Dump geeignet sein

Die Datei ist damit für das vorgesehene Hersteller-Update geeignet, aber nicht automatisch direkt für eine externe Programmierung des BIOS-Speichers.

Direkt ausgelesener BIOS-Dump

Beim direkten Auslesen wird der tatsächliche Inhalt des verbauten Flash-Speichers gespeichert.

Dieser kann – abhängig vom Gerät – zusätzlich gerätespezifische Informationen und weitere Firmwarebereiche enthalten.

Der vorhandene Dump ist deshalb für die Diagnose und weitere Bearbeitung häufig besonders wertvoll.

Nach Möglichkeit wird dieser Inhalt vor einer Neuprogrammierung gesichert.

Eine fremde BIOS-Datei einfach vollständig auf einen Chip zu schreiben, ist deshalb nicht bei jedem Gerät die richtige Vorgehensweise.

BIOS-Reparatur bei Laptop und Desktop-PC

BIOS- und Firmwarefehler können sowohl bei Laptops als auch bei Desktop-Mainboards auftreten.

Typische Ursachen sind fehlgeschlagene BIOS-Updates, beschädigte Firmware, falsche BIOS-Images oder bereits durchgeführte Flash- und Reparaturversuche.

Je nach Gerät kann der BIOS-Speicher extern ausgelesen, gesichert und neu programmiert werden.

Bei Desktop-Mainboards können zusätzlich vorhandene Recovery-Funktionen wie BIOS Flashback oder Dual BIOS eine Rolle spielen. Bei Laptops sind häufiger weitere Firmware-Komponenten wie EC oder andere Controller am Startvorgang beteiligt.

BIOS, UEFI, EC und weitere Firmware

Bei modernen Geräten besteht die Firmware häufig aus mehreren Komponenten.

Neben dem eigentlichen BIOS beziehungsweise UEFI können – abhängig von Gerät und Mainboard – weitere Firmwarebereiche am Start- und Betriebsverhalten beteiligt sein.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Embedded Controller (EC)
  • Management-Firmware
  • Power-Delivery-Firmware
  • Thunderbolt- beziehungsweise USB-C-Firmware
  • weitere gerätespezifische Controller

Besonders bei Laptops übernimmt der Embedded Controller (EC) zahlreiche grundlegende Steuerungsaufgaben. Dazu können beispielsweise die Ein-/Ausschaltlogik, Tastatur, Lüftersteuerung, Akku- und Ladefunktionen sowie die Kommunikation mit weiteren Komponenten gehören.

Eine beschädigte oder fehlerhafte EC-Firmware kann deshalb ebenfalls zu Start- oder Funktionsproblemen führen.

Ein Startproblem muss daher nicht zwangsläufig durch den klassischen BIOS-Speicher verursacht werden. Laprep betrachtet BIOS- und Firmwarefehler deshalb immer im Zusammenhang mit dem gesamten Fehlerbild des Gerätes.

Nicht jedes Startproblem ist ein BIOS-Fehler

Ein schwarzer Bildschirm oder ein nicht startender Rechner bedeutet nicht automatisch, dass das BIOS beschädigt ist.

Ähnliche Symptome können beispielsweise verursacht werden durch:

  • RAM- oder Speicherinitialisierungsprobleme
  • fehlerhafte Spannungsversorgung
  • Kurzschlüsse auf dem Mainboard
  • CPU-, GPU- oder Chipsatzfehler
  • beschädigte Komponenten
  • Flüssigkeitsschäden
  • andere Firmwareprobleme

Diagnose statt BIOS-Flash auf Verdacht

Ein BIOS-Flash ist kein universeller Reparaturversuch. Eine unnötige oder falsche Programmierung kann die weitere Diagnose sogar erschweren.

Deshalb wird zunächst geprüft, ob tatsächlich Hinweise auf einen BIOS- beziehungsweise Firmwarefehler bestehen.

Je nach Fehlerbild können dabei beispielsweise Startverhalten, Stromaufnahme, Versorgungsspannungen oder die Kommunikation mit dem BIOS-Speicher berücksichtigt werden.

Erst wenn ein Firmwareproblem wahrscheinlich ist, wird entschieden, ob eine Programmierung sinnvoll ist.

BIOS nach Mainboard-Reparatur

Bei bestimmten Mainboard-Reparaturen kann auch eine erneute BIOS- beziehungsweise Firmwareprogrammierung erforderlich sein.

Das kann beispielsweise nach dem Austausch eines Flash-Speichers, bei beschädigter Firmware oder nach vorherigen Reparaturversuchen notwendig werden.

BIOS-Diagnose und Mainboard-Reparatur können sich deshalb gegenseitig ergänzen.

BIOS-Chip defekt

Nicht immer ist nur der gespeicherte Firmwareinhalt beschädigt.

Mögliche Hinweise auf einen defekten Flash-Speicher sind beispielsweise:

  • Chip lässt sich nicht zuverlässig auslesen
  • gelesene Daten unterscheiden sich zwischen mehreren Auslesevorgängen
  • Speicher lässt sich nicht löschen oder programmieren
  • Verifikation schlägt wiederholt fehl

Ist der Speicherbaustein selbst defekt, kann er je nach Mainboard ersetzt und anschließend programmiert werden.

BIOS-Passwort / Supervisor-Passwort

BIOS- beziehungsweise Supervisor-Passwörter dienen dem Schutz eines Gerätes vor unbefugten Änderungen.

Eine Bearbeitung solcher Geräte erfolgt bei Laprep nur bei nachvollziehbarem Eigentumsnachweis beziehungsweise eindeutig berechtigtem Auftrag.

Ob und auf welche Weise ein BIOS-Passwort technisch bearbeitet werden kann, hängt außerdem stark vom jeweiligen Hersteller und Modell ab.

Eine Entfernung kann daher nicht für jedes Gerät angeboten oder garantiert werden.

Was ich für eine erste Einschätzung benötige

Für eine möglichst sinnvolle Einschätzung bitte bei der Reparaturanfrage folgende Informationen angeben:

  • bei Desktop-PCs: Mainboard-Hersteller und Modell
  • bei Laptops: Hersteller und Seriennummer
  • aktuelles Fehlerbild
  • was unmittelbar vor dem Fehler passiert ist
  • ob ein BIOS-Update durchgeführt oder abgebrochen wurde
  • vorhandene Fehlermeldungen oder Debug-Codes

Auch bereits durchgeführte Reparatur- oder Flashversuche bitte angeben. Dazu gehören beispielsweise:

  • BIOS mit CH341A oder anderem Programmer beschrieben
  • BIOS-Chip ausgelötet oder ersetzt
  • fremden BIOS-Dump programmiert
  • Mainboard bereits repariert
  • Bauteile entfernt oder ersetzt

Bereits durchgeführte Arbeiten sind grundsätzlich kein Ausschlussgrund. Diese Informationen können für die weitere Diagnose jedoch entscheidend sein.

Fotos des Boards/Laptops beziehungsweise der Modellbezeichnung sind ebenfalls hilfreich.

BIOS-Fehler oder Mainboarddefekt?

Firmware- und Hardwarefehler können ähnliche Symptome verursachen und lassen sich nicht immer sofort eindeutig voneinander trennen.

Wird bei der Diagnose festgestellt, dass nicht die Firmware, sondern eine elektronische Schaltung auf dem Mainboard die Ursache ist, kann der Fehler entsprechend weiter untersucht werden.

BIOS- oder Firmwareproblem vermutet?

Häufige Fragen für Programmierungs- und Flash-Arbeiten